Péter Nádas: Der eigene Tod – gemeinsamer Theaterabend und Gespräch in Hamburg

In diesem Herbst hätte Hamburg Péter Nádas noch persönlich empfangen: Am 27. Oktober wäre er Gast der Gesprächsreihe Die Zukunft der Demokratie am Deutschen Schauspielhaus gewesen. Mit dem am 26. August 2026 verstorbenen Schriftsteller kann diese Begegnung nicht mehr stattfinden – im Oktober aber können wir einem seiner persönlichsten Werke auf der Hamburger Bühne begegnen.

Die Vereinigung der Hamburger Ungarn lädt euch am 22. Oktober 2026 zu einem gemeinsamen Theaterabend ins Deutsche Schauspielhaus ein, wo wir die Bühnenfassung von Péter Nádas’ Der eigene Tod (Saját halál) in der Regie von András Dömötör sehen.

Der eigene Tod

Péter Nádas erlitt 1993 einen schweren Herzinfarkt, sein Herz stand eine Zeit lang still. Die Erfahrung der Nähe des Todes, des Erlöschens und der Rückkehr des Bewusstseins verarbeitete er später in seinem Werk Der eigene Tod.

Der kurze, außergewöhnlich persönliche Text ist zugleich eine genaue Beobachtung von Körper und Bewusstsein und der Erfahrung der Grenze zwischen Leben und Tod. Nádas beschreibt auch, wie er die Warnsignale seines Körpers lange ignorierte und versuchte, Schmerz und Schwäche mit Willenskraft zu unterdrücken – bis zum Zusammenbruch.

„Deine einstigen Erlebnisse schweben im All der Zeitlosigkeit als Schatten von Planeten mit dir.“

Die Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses bringt Nádas’ Text in der Regie von András Dömötör mit Markus John, Matti Krause und Jan Thümer auf die Bühne.

„Nach dem Tod“ – ein Gespräch über Péter Nádas

Nach der Vorstellung am 22. Oktober veranstaltet das Schauspielhaus unter dem Titel „Nach dem Tod“ ein eigenes Gespräch im Gedenken an Péter Nádas.

Zu Gast sind Iris Radisch, die mit Nádas ein großes Interview über Der eigene Tod geführt hat, sowie der Regisseur der Inszenierung, András Dömötör, der mit dem Schriftsteller auch persönlich befreundet war. Das Gespräch moderiert Dramaturg Ralf Fiedler.

Ausgangspunkt ist eben jene Todeserfahrung, über die Nádas 2002 schrieb:

„Jetzt also trete ich ab, das war tatsächlich mein Gedanke. Ich wusste, wenn ich diese Grenze zwischen Dunkelheit und Licht überschreite, gibt es kein Zurück mehr“

Das Gespräch geht der Frage nach, wie diese Erfahrung Nádas’ Denken und sein künstlerisches Schaffen verändert hat, und versucht so, diesem besonderen Menschen und seinem Lebensweg näherzukommen, der 1942 im Budapest der Kriegsjahre begann und 2026 endete.

Lasst uns gemeinsam hingehen – und das Gespräch fortsetzen!

Nach der Vorstellung und dem Gespräch im Schauspielhaus setzen auch wir den Abend fort: Gemeinsam gehen wir hinüber in die nahe gelegene Kneipe Zum Alten Ritter, wo wir bei einem Getränk über die Vorstellung sprechen können.

Man muss weder Literaturwissenschaftlerin noch Nádas-Leser sein. 😊 Alle, die gern einen gehaltvollen Hamburger Kulturabend mit uns verbringen möchten, sind herzlich willkommen.

📅 Termin: Donnerstag, 22. Oktober 2026, 20:00 Uhr
📍 Ort: Deutsches Schauspielhaus, MalerSaal
🎭 Stück: Péter Nádas: Der eigene Tod / Saját halál
🎬 Regie: András Dömötör
⏱ Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten
💬 Danach: „Nach dem Tod“ – Gespräch mit Iris Radisch und András Dömötör, Moderation: Ralf Fiedler
🍷 Anschließend: gemeinsamer Ausklang im Zum Alten Ritter
🎟 Eintritt: 9–28 € – die Karten kauft jede und jeder selbst.

Karten: https://schauspielhaus.de/stuecke/der-eigene-tod

Treffen wir uns vor dem Theater, schauen wir uns die Vorstellung gemeinsam an und reden wir danach weiter!